Mehr als nur ein Freiwilligendienst: Meine Zeit im BFD in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Hey, ich bin Vici und leiste aktuell meinen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (Westeifelwerken). Wie viele andere habe ich mich für den BFD entschieden, weil ich nach der Schule eine Auszeit brauchte, um herauszufinden, was mir wirklich gefällt und welche Richtung ich einschlagen möchte. Heute kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich treffen konnte.

Der Weg zum Bundesfreiwilligendienst: Die Idee, einen BFD zu machen, kam mir während der 12. Klasse, als ich merkte, dass die Schule nicht mehr das Richtige für mich war. Der Druck des Abiturs und die vielen unterschiedlichen Erwartungen an mich ließen mich spüren, dass ich auch ohne diesen stressigen Weg meine Ziele erreichen konnte. Ich entschloss mich, nach dem Fachabitur ein Jahr für mich selbst zu nehmen – um meinen Kopf freizubekommen und herauszufinden, was mir wirklich gefällt.

Mein Einstieg in die Werkstatt: Als ich am 01.08.2024 mein BFD in den Westeifelwerken begann, hatte ich keine wirklichen Vorstellungen was mich dort erwarten würde. Allerdings hielt die Unwissenheit nicht lange an und ich kam schnell in den Alltag der Werkstatt rein. Ich erkannte, dass die Arbeit nicht nur sinnvoll und erfüllend ist, sondern sie machte mir auch unglaublich viel Spaß. Jeder Tag ist anders, es gibt immer neue Herausforderungen und Situationen, die es spannend machen. Ich wurde von Anfang an hervorragend ins Team integriert. Sowohl die Klienten als auch meine Kolleginnen und Kollegen halfen mir, mich schnell zurechtzufinden. Es war leicht, Vertrauen aufzubauen, und ich konnte von Anfang an aktiv mitwirken. Besonders die freundliche Atmosphäre und die Offenheit meines Teams haben mir den Einstieg sehr erleichtert. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich als Teil der Gruppe, und es entstanden jetzt schon viele tolle Verbindungen.

Die Arbeitszeiten waren natürlich eine Umstellung für mich. Täglich von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr zu arbeiten – freitags nur bis 15:15 Uhr – war am Anfang ungewohnt. Aber ehrlich gesagt, fielen mir die Zeiten viel leichter, als ich es erwartet hatte. Es war eine angenehme Abwechslung zum Schulalltag, und durch die abwechslungsreiche Arbeit verging die Zeit sehr schnell. Zu meinen Aufgaben gehören zum Beispiel: Fördermaßnahmen (lesen, schreiben, rechnen, spielen, Motorik), aktives Zuhören wenn ein Klient ein Problem hat, Trost spenden, Problemlösung, Arbeit kontrollieren, Ideen entwickeln für Ziele der einzelnen Klienten, Ideen zu Arbeitserleichterung (Anpassung des Arbeitsplatzes/ Hilfsmittel ect.). Ich glaube man merkt die Abwechslung des Bereiches und das es immer neue Herausforderungen gibt die auf einen zukommen.

Zukunft: Was mich besonders freut, ist, dass sich meine Zeit im BFD nicht nur als bereichernd herausgestellt hat, sondern sie mich auch beruflich weitergebracht hat. Nach einigen Monaten in der Werkstatt und intensiven Einblicken in den Bereich der Sozialarbeit habe ich mich entschieden, mich für ein duales Studium der Sozialen Arbeit zu bewerben. Ich bin überglücklich, dass ich die Stelle bekommen habe und freue mich auf die nächste Etappe meiner Reise. In meinem Fall hat sich der BFD dazu bewährt, dass ich nun weiß was mir Spaß macht was ich wirklich gut kann und wie ich es in einem Beruf gut einbringen kann.

Fazit: Bis jetzt kann ich nur sagen, dass ich mit meinem Bundesfreiwilligendienst einen großartigen Einstieg in die Arbeitswelt gefunden habe. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich bereits beigetragen habe, und vor allem mit dem, was ich bisher lernen konnte. Für mich war es definitiv die richtige Entscheidung. Wenn du darüber nachdenkst, einen BFD zu machen, kann ich dir nur raten, offen für Neues zu sein und dich auf das Abenteuer einzulassen. Klar, am Anfang kann es herausfordernd sein, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Aber sei einfach du selbst, frag nach, wenn du etwas nicht verstehst, und lass dich nicht einschüchtern. In einem sozialen Beruf kommt es nicht nur auf Fachwissen an, sondern vor allem auf deine Persönlichkeit, deine Empathie und deinen menschlichen Verstand. Wenn du diese Qualitäten mitbringst, wirst du eine tolle Zeit haben – egal, in welche Richtung du später gehen möchtest. Ich kann den Bundesfreiwilligendienst auf jeden Fall jedem empfehlen, der sich für soziale Berufe interessiert oder einfach eine Auszeit nehmen möchte, um Klarheit über die eigene Zukunft zu gewinnen. Es ist eine Erfahrung, die dich nicht nur beruflich weiterbringt, sondern dich auch persönlich bereichert.