Mein Freiwilligendienst in Deutschland – Erfahrungen bei der Lebenshilfe Bad Dürkheim
Von INEZA Ben Garry, Rwanda
1. Motivation und Vorbereitung
Ich wollte schon lange einen Freiwilligendienst in Deutschland machen, weil ich Interesse an einer neuen Kultur hatte und gleichzeitig praktisch helfen wollte. Der Wunsch, persönlich zu wachsen und etwas über Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu lernen, hat mich besonders motiviert. Zur Vorbereitung habe ich online über Deutschland gelesen; Kultur, Sprache und das Leben hier. Ich habe auch mit Freunden gesprochen, die schon mal in Deutschland waren. Das hat mir geholfen, weniger nervös zu sein. Deutsch habe ich vor der Reise angefangen zu lernen, aber hauptsächlich lerne ich es hier im Alltag.
2. Der Abschied und die Reise
Der Abschied von meiner Familie in Rwanda war schwer, aber gleichzeitig war ich aufgeregt auf das, was kommt. Es war das erste Mal, dass ich so lange von zu Hause weg bin. Die Reise nach Deutschland lief gut. Ich bin in Frankfurt gelandet und von dort weiter nach Bad Dürkheim gefahren. Die Zugfahrt war neu für mich alles war pünktlich und sehr geordnet, was ich aus Rwanda nicht so kannte trotzdem war ich mit meine Betreuer und wir hatten zusammen gefahren mit dem Auto.
3. Die Ankunft in Deutschland
Mein erster Eindruck von Deutschland: alles ist sehr sauber, ruhig und gut organisiert. Die Menschen waren am Anfang etwas zurückhaltend, aber sehr hilfsbereit, sobald man fragt. Am ersten Tag bin ich direkt auf dem Hof der Lebenshilfe Bad Dürkheim angekommen. Man hat mir alles gezeigt und ich habe mich schnell zurechtgefunden, weil alle geduldig mit mir gesprochen haben.
4. Erste Herausforderungen und Anpassungen
Der größte Unterschied zu Rwanda ist die Pünktlichkeit und die direkte Kommunikation hier. In Rwanda spricht man oft etwas vorsichtiger, hier sagt man klar, was man meint. Auch das Essen ist anders mehr Brot, und scharfe essen. Mit der deutschen Sprache kam ich am Anfang nicht weit. Ich habe erst hier richtig angefangen zu lernen, jeden Tag durch die Arbeit und durch Gespräche mit den Kollegen. Die größte Herausforderung war, mich an das kalte Wetter und das frühe Aufstehen zu gewöhnen. Freunde zu finden war aber einfach, weil das Team von dem Hof sehr offen ist und ich habe auch viele Freunde in den Seminaren getroffen, die vom Paritätischen organisiert wurden.
5. Erfahrungen im Freiwilligendienst
Seit dem 1. August 2025 mache ich mein FSJ bei der Lebenshilfe Bad Dürkheim, genauer gesagt auf dem Hof in der Käserei. Mein Alltag beginnt früh. Wir bereiten Produkte wie Frischkäse, Rohmilch, Butter, Quark, pasteurisierte Milch und andere Bio-Produkte vor. Ich helfe beim Abfüllen, Verpacken, Reinigen und bei der Qualitätskontrolle. Es fühlt sich gut an, Teil eines Teams zu sein, das gesunde Lebensmittel herstellt. Ich lerne jeden Tag etwas Neues über Hygiene, Lebensmittelverarbeitung und Teamarbeit.
Was ich bisher gelernt habe: Geduld, Sorgfalt bei der Arbeit, und wie wichtig Kommunikation im Team ist. Auch handwerkliche Fähigkeiten habe ich entwickelt, die ich vorher nicht hatte.
6. Persönliches Wachstum und Reflexion
Die Zeit in Deutschland hat mich offener und selbstständiger gemacht. Ich habe gelernt, mit neuen Situationen umzugehen und meine Meinung klarer zu sagen. Ich sehe jetzt die Welt aus einer anderen Perspektive vor allem was Arbeit, Umwelt und Gemeinschaft angeht.
Mein Tipp für alle, die einen Freiwilligendienst in Deutschland planen: Hab keine Angst, Fragen zu stellen. Die Sprache lernt man am besten durch Sprechen, und die Menschen hier helfen dir, wenn du offen bist. Nutze die Chance, nicht nur zu arbeiten, sondern auch Land und Kultur kennenzulernen.
Ich bin froh, hier zu sein und jeden Tag etwas Sinnvolles zu tun. Deutschland ist für mich zu einem zweiten Zuhause geworden.
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